Heiß oder kühl? Die Bedürfnisse des Körpers in der Nacht verstehen

Heiß oder kühl? Die Bedürfnisse des Körpers in der Nacht verstehen

Manche schlagen die Bettdecke schon in den frühen Morgenstunden zurück. Andere werden nie richtig warm. Diese Unterschiede sind nicht unerheblich – sie zeigen, wie Ihr Körper seine eigene Wärmeregulierung während der Nacht steuert.

Der Körper und die Temperatur

Das Einschlafen ist mit einem Absinken der zentralen Körpertemperatur verbunden. Am Ende des Tages beginnt der Körper, seine Wärme zu den Extremitäten – Händen und Füßen – umzuverteilen, um sie abzuleiten und die innere Temperatur zu senken. Dieser Prozess fördert die Melatoninproduktion und bereitet das Nervensystem auf die Ruhe vor.

Während der Nacht entwickelt sich diese Temperatur weiter. Sie erreicht ihren tiefsten Punkt um 4 Uhr morgens und steigt dann allmählich bis zum Aufwachen wieder an. Die Umgebung, in der man schläft, sollte diese natürliche Bewegung unterstützen – sie weder hemmen noch stören.

Diejenigen, denen zu heiß ist

Manche Profile neigen natürlicherweise dazu, mehr Körperwärme zu produzieren oder diese schlecht abzuleiten. Dies ist oft bei Personen mit hohem Stoffwechsel der Fall, aber auch in bestimmten hormonellen Phasen – Schwangerschaft, Menstruationsperiode, Perimenopause. Auch die äußere Umgebung spielt eine Rolle: Ein schlecht belüftetes Zimmer, synthetische Bettwäsche, die die Atmung verhindert, oder eine zu umhüllende Memory-Foam-Matratze können das Hitzegefühl verschlimmern.

Das Ergebnis äußert sich in häufigen nächtlichen Aufwachphasen, Unruhe während des Schlafs oder Müdigkeit beim Aufwachen, obwohl die Schlafdauer ausreichend war.

Diejenigen, denen kalt ist

Das genaue Gegenteil gibt es auch. Manche Menschen tun sich schwer beim Einschlafen, weil ihre Extremitäten kalt bleiben, was auf eine Schwierigkeit des Körpers hinweist, die Wärme effektiv umzuverteilen. Eine langsamere periphere Durchblutung, chronischer Stress oder einfach eine konstitutionelle Tendenz können die Ursache sein.

Für diese Profile besteht die Lösung nicht unbedingt darin, das Zimmer stärker zu heizen – was das allgemeine Wärmehaushalt stören würde –, sondern vielmehr darin, den Komfort der Extremitäten zu verbessern: leichte Socken, eine Wärmflasche an den Füßen, weiche und gleichzeitig isolierende Bettmaterialien.

Die Lösungen

In beiden Fällen sollte die Raumtemperatur im Schlafzimmer zwischen 16 und 19 Grad liegen – ein Bereich, den die Schlafforschung für die meisten Profile als optimal ansieht. Aber die Raumtemperatur ist nur ein Teil der Gleichung.

Die Materialien, die direkten Kontakt mit dem Körper haben, spielen eine entscheidende Rolle. Naturfasern – Leinen, Bio-Baumwolle, feine Merinowolle – haben die Eigenschaft, sich an Temperaturschwankungen anzupassen: Sie absorbieren Feuchtigkeit, wenn der Körper warm wird, und geben Wärme ab, wenn er sich abkühlt. Dies nennt man Thermoaktivität.

Die Wahl der Bettlaken, der Bettdecke oder des Kissens entsprechend dem eigenen Wärmeprofil ist eine der direktesten – und am meisten unterschätzten – Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafqualität. Es ist kein komplexes Gerät erforderlich. Nur Materialien, die mit dem Körper und nicht gegen ihn arbeiten.

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